Deutsche Schule Budapest
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Pädagogisches Qualitätsmanagement

Seit dem Jahr 2003 organisiert die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Bundesländer den professionellen Aufbau eines Pädagogischen Qualitätsmanagments an den Deutschen Schulen im Ausland. Im Jahr 2006 wurde vom Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland beschlossen, sogenannte Bund-Länder-Inspektionen einzuführen, bei denen neutrale Experten die Arbeit an den Deutschen Schulen im Ausland einschätzen. Die erste derartige Inspektion an der DS Budapest findet vom 05.-09. März 2012 statt.

 

Selbstevaluation in den Schuljahren 2007-2008 und 2008-2009

In Vorbereitung der Bund-Länder-Inspektion muss jede Schule verschiedene Kriterien erfüllen. Den ersten Schritt haben wir in den Schuljahren 2007-2008 und 2008-2009 getan, indem wir gemeinsam mit Schülern und Eltern eine Selbstevaluation durchgeführt haben. Dies geschah mit Hilfe des  von der Bertelsmann-Stiftung entwickelten Evaluationsinstruments SEIS+.

Auswertung der SEIS+-Ergebnisse an der DS Budapest

 

Peer-Review im Schuljahr 2010-2011

Vom 08. bis 10. November 2010 wurde an der Deutschen Schule Budapest ein weiterer Schritt in Vorbereitung auf die Bund-Länder-Inspektion durchgeführt, die sogenannte Peer-Review. Unter dem Begriff Peer-Review versteht man, dass "kritische Freunde" die jeweilige Auslandsschule auf dem Weg zum Inspektionstermin beraten. An unsere Schule kamen in diesem Zusammenhang drei Kolleginnen und Kollegen, die an den Deutschen Schulen Genua und Mailand unterrichten.

Auswertung Peer-Review

 

Informationen zu den Zielen und zum Ablauf der Bund-Länder-Inspektion (BLI) vom 05. - 09. März 2012

Ursachen und Ziele der BLI:

Als Instrument der Qualitätssicherung und -entwicklung wurde für Deutsche Schulen im Ausland die Bund-Länder-Inspektion (BLI) eingeführt.  Die BLI nimmt systematisch und datengestützt Einsicht in die Arbeit der Auslandsschulen. An Deutschen Auslandsschulen werden die schulische Vielfalt und die Eigenverantwortung der Schulen weiter zunehmen. Das Pädagogische Qualitätsmanagement (PQM) hat dabei die Aufgabe, für Gleichwertigkeit in der Gestaltungsvielfalt zu sorgen.

Die fördernden Stellen in der Bundesrepublik Deutschland setzen Qualitätsstandards, indem sie eine systematische Bewertung auf der Basis eines Qualitätsrahmens durch ausgebildete Inspektoren durchführen. Rechenschaftslegung und Bewertung sind notwendig, da der Bund und die Länder beträchtliche Haushaltsmittel einsetzen. Wichtiger als Kontrolle ist allerdings, Impulse für die Weiterentwicklung der schulischen Arbeit auszulösen. Inspektionen geben damit den Schulen und den fördernden Stellen Steuerungswissen an die Hand.

Durch das Pädagogische Qualitätsmanagement wird das Markenzeichen "Deutsche Auslandsschule" zukünftig noch größere Anerkennung genießen. Dies heißt aber auch, dass nur solche Schulen zu diesem Kreis gehören können, die dem Qualitätsverständnis für Deutsche Auslandsschulen entsprechen und ein deutsches Schulziel (z. B. mittlere Bildungsabschlüsse, Allgemeine Hochschulreife und berufliche Qualifikationen) und ein entsprechendes deutschsprachiges Unterrichtsprogramm anbieten.

Die BLI stellt die Schulqualität durch eine mehrtägige Inspektion fest.

Zum BLI-Ablauf:

Im Vorfeld des Schulbesuchs analysiert das Inspektionsteam zuvor eingereichte Schuldaten und Dokumente. Schulleitung und Schulträger informieren einige Wochen vor dem Inspektionstermin auf einer schulöffentlichen Veranstaltung die Schulgemeinschaft über das Inspektionsverfahren, um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten.

Im Zentrum der Inspektion stehen Unterrichtsbesuche bei möglichst vielen Lehrkräften: Dauer etwa eine halbe Unterrichtstunde; Fokus liegt nicht auf unterrichtlicher Kompetenz des Lehrers, sondern auf dem Unterrichtsprofil der Schule als Ganzes; deshalb gibt es keine individuellen Rückmeldungen an Lehrkräfte: Festgestellt wird allein: So ist der Unterricht an dieser Schule!

Daneben gibt es leitfadengestützte Interviews mit allen am Schulleben beteiligten Gruppen sowie einen Schulrundgang. Dies sind die wesentlichen Informationsquellen der Inspektoren.

Am Ende des Schulbesuchs bekommt die Schule unmittelbar ein erstes mündliches Feedback. Die ersten Eindrücke und Ergebnisse der Inspektion werden der gesamten Schulöffentlichkeit präsentiert. Nach Abschluss der Inspektion bewertet die Schule die Professionalität der Inspektoren mittels eines Evaluationsbogens. (vgl. Peer-Review)

Nach der BLI ist vor der BLI:

Einige Wochen später erhält die Schule den schriftlichen Inspektionsbericht. Dieser zeigt der Schule mithilfe der Ergebnisse Entwicklungspotenziale auf, schließt aber keine Schulberatung oder konkrete Handlungsanweisungen ein. Abschließend kann die Schule zu fehlerhaften Daten in diesem Bericht eine Stellungnahme abgeben.

Damit die Schulinspektion wirksam werden kann, müssen alle am Schulleben Beteiligten sich mit den Ergebnissen auseinander setzen. Schlussfolgerungen sollten sich in einem schulischen Aktionsplan niederschlagen. Die zuständigen Regionalbeauftragten, Prüfungsbeauftragten und Prozessbegleiter erhalten den Inspektionsbericht zur Kenntnis u. a. mit dem Ziel, die Schulen bei der Maßnahmenplanung und anderen konkreten Schulentwicklungsprojekten beratend zu unterstützen.

Die Inspektionsergebnisse aller Schulen fließen in einen jährlichen Gesamtbericht ein, der keinen Rückschluss auf die Ergebnisse der Einzelschule zulässt. Der Jahresbericht wird veröffentlicht und soll Steuerungswissen für die Weiterentwicklung des Gesamtsystems Deutscher Auslandsschulen zur Verfügung stellen.